Biosicherheitsprojekt in Usbekistan

Stärkung der Biosicherheitskapazitäten in Usbekistan und Zentralasien

Hintergrund

Im Rahmen von Projekt 53 der CBRN CoE-Initiative der Europäischen Union führte das IMB im Auftrag des International Science and Technology Center (ISTC) von 2020-2022 ein Vorhaben zum Aufbau mobiler Laborfähigkeiten durch. Hierzu wurden zwei mobile Laboreinheiten an das usbekische Gesundheitsministerium übergeben. Fachpersonal des Republican Specialized Scientific and Practical Medical Center for Epidemiology, Microbiology, Infectious and Parasitic Diseases (RSSPMCEMIPD) und Research Institute of Virology (RIV) wurden in Aufbau und Betrieb der Labore sowie mobiler Diagnostik ausgebildet.

Um die etablierten Laborkapazitäten weiter auszubauen, wird die Zusammenarbeit innerhalb des Deutschen Biosicherheitsprogramms seit Januar 2023 fortgeführt.

Zielsetzung

Ziel des Vorhabens ist es, die Kapazitäten im Bereich der Biosicherheit sowie die nationale Präventions- und Reaktionsfähigkeit auf Bedrohungen durch gefährliche Infektionserreger in Usbekistan zu stärken. Um biologische Risiken schneller zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen nachhaltig zu sichern, werden die Partner mit Ausbildungsmaßnahmen und wichtiger Ausrüstung unterstützt. Als regionale Maßnahme sollen weitere Länder in die Projektaktivitäten zur Stärkung der Biosicherheitslage in Zentralasien einbezogen werden.

Maßnahmen

Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den zwei Partnerinstituten wird fortgeführt. Beide Einrichtungen stellen bereits Fachpersonal für das Diagnostikteam der usbekischen mobilen Labore. Darüber hinaus sollen weitere Akteure des Biosicherheitssektors in Usbekistan und den Nachbarländern in verschiedenen Disziplinen ausgebildet werden.

Im Fokus des Vorhabens stehen:

  • Weiterführende Ausbildung von Fachpersonal in Diagnostik von gefährlichen Krankheitserregern
  • Etablierung eines Ausbildungsprogramms für mobile Diagnostik (Train the Trainer),
  • Evaluierung lokaler Probenahmemethodik gemäß internationalen Biosicherheitsstandards,
  • Schulungen zu Biosicherheit und verwandten Themen, z.B. Nichtverbreitung und Dual-use Research of Concern (DURC),
  • Stärkung des wissenschaftlichen Austauschs.

 

2020 - 2022: Projekt 53 der CBRN CoE-Initiative der Europäischen Union

Die Ausbildung einer zweiten Kohorte des mobilen Laborteams als auch die Ausbildung des Trainerteam wurde abgeschlossen. Die Schulung einer 3. Kohorte durch das junge Trainerteam wurde angestoßen.

Vom 07. - 10. April 2025 fand die Medical Biodefense Conference in München statt. Die usbekischen Partner präsentierten dem Fachpublikum ihre Projekt- und Forschungsarbeiten.

Die usbekischen Fachkräfte wurden theoretisch und praktisch in der selbstständigen Etablierung diagnostischer Testsysteme geschult.

Nach einer praktischen Schulung in Taschkent begleitete das IMB-Team die usbekischen Fachkräfte auf eine Feldstudie zur Untersuchung von Kleinnagern.

Die Schulung fokussierte auf verschiedene Aspekte der Biosicherheit und kombinierte Theorie mit praktischer Anwendung.

Die Trainer in Ausbildung führten erstmalig eigenständig eine Schulung mit dem neuen mobilen Laborteam durch. Zum Abschluss der Dienstreise präsentierte das IMB-Team die Projektaktivitäten auf der internationalen Konferenz des usbekischen Gesundheitsamtes zum 90-jährigen Bestehen des Secretariat Republican Sanitary Epidemiological Service (RepSES).  

Das  2nd IMB BioS Symposium diente der Vernetzung der georgischen, ukrainischen und usbekischen Projektteilnehmenden und der Förderung des wissenschaftlichen Austausches im Rahmen des Deutschen Biosicherheitsprogramms.

Darüber hinaus führten der Leiter des IMB und die Leiter der Partnerinstitute Abstimmungsgespräche für die weitere Zusammenarbeit.

Die usbekischen Trainer in Ausbildung vertieften ihre Kenntnisse in einem Workshop. Anschließend führten das deutsche und usbekische Trainerteam eine praktische Schulung für das neue mobile Laborteam durch.

Im Anschluss an die Medical Biodefense Conference organisierten die deutschen Projektteams für Tunesien, der Ukraine, Georgien, Usbekistan und der G5-Staaten das 1. IMB BioS Symposium. Das Symposium diente dem Erfahrungsaustausch zum Einsatz eines mobilen Labors und der überregionalen Vernetzung der Projektteilnehmenden.

Sechs usbekische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten auf der Medical Biodefense Conference die Erfolge der Ausbildungsmaßnahmen seit 2020 vor und tauschten sich mit dem internationalen Fachpublikum aus.

Das deutsche Projektteam setzte die Schulungen für die Ausbildung von neuen Laborpersonal und Labortrainern fort. Darüber hinaus begleitete das Team des IMB das Fachpersonal des usbekischen Partnerinstituts bei einer Feldübung zur Probenahme und -analyse unter Verwendung des mobilen Labors.

Die Ausbildung der mobilen Laborkräfte der Partnerinstitute zu Trainern wurde begonnen (Train the Trainer-Konzept). Während der praktischen Schulungen wird gleichzeitig ein neues Laborteam ausgebildet.

Zum Projektauftakt im Rahmen des Deutschen Biosicherheitsprogramms besuchte das Team des IMB die usbekischen Partnerinstitute, um die geplanten Projektaktivitäten zu besprechen.

Das IMB-Team führte ein 10-tägiges Training unter simulierten Bedingungen eines fiktiven Krankheitsausbruchs durch. Dazu verlegte das usbekische Diagnostikteam das mobile Labor in einen Vorort von Taschkent. Im Anschluss präsentierte das Laborteam seine Diagnostikfähigkeiten geladenen Vertreterinnen und Vertretern der Europäischen Union und der usbekischen Ministerien.

>> UNICRI: Uzbek experts were trained to deploy mobile diagnostic laboratories

Das dritte Training im mobilen Labor wurde mit der Vorstellung des Projekts auf dem National Congress on Infectious Diseases in Taschkent kombiniert.

>> UNICRI: Uzbek experts trained to deploy mobile diagnostic laboratories

In einem weiteren Training wurde das Fachpersonal der Partnerinstitute in Theorie und Praxis der mobilen Diagnostik ausgebildet.

UZA: German Bundeswehr experts visit Uzbekistan

Offizielle Übergabe der mobilen Laboreinheiten an das usbekische Gesundheitsministerium im Beisein von Vertretern der Europäischen Union, der WHO und weiterer usbekischer Ministerien (Bilder 1-4). Im Rahmen des Besuchs wurde mit Fachpersonal der beiden usbekischen Partnerinstitute ein erstes praktisches Training zur Diagnostik im mobilen Labor durchgeführt (Bilder 5-6).

Die zwei mobilen Laboreinheiten wurden am IMB einsatzbereit zusammengestellt und nach Usbekistan versandt.

>> UZA: Uzbekistan receives mobile laboratories

Auftaktbesuch des Projektteams vom IMB bei den usbekischen Partnern. Der Besuch diente gleichzeitig der Durchführung einer ersten Ausbildungseinheit zur mobilen Diagnostik.

>> UZA: German Bundeswehr experts vistit Uzbekistan