Internationale Biosicherheit

Deutsches Biosicherheitsprogramm

Die G7-Initiative „Globale Partnerschaft gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und -materialien“ wurde 2002 auf dem G7-Gipfel in Kananaskis, Kanada ins Leben gerufen. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Verringerung nuklearer, chemischer, biologischer und radiologischer Proliferationsrisiken in der Welt. Insbesondere die Verbesserung der Biosicherheit wurde im Rahmen dieser Initiative in den letzten Jahren als Schwerpunkt identifiziert. Für Deutschland hat das Auswärtige Amt im Jahr 2013 das zunächst für drei Jahre angelegte „Deutsche Partnerschaftsprogramm für biologische Sicherheit und Gesundheitssicherstellung“ initiiert. Es soll biologische Sicherheitsrisiken vermindern und benötigte Biosicherheitskapazitäten weltweit aufbauen und verbessern soll. Nach einer Evaluierung im Jahr 2016 wurde das Vorhaben als Deutsches Biosicherheitsprogramm fortgesetzt.

Als Instrument der präventiven Sicherheitspolitik der Bundesregierung richtet sich das Programm seit 2026 gezielt auf Herausforderungen, die sich aus dem missbräuchlichen Einsatz biologischer Agenzien, den rasanten Fortschritten in den Lebenswissenschaften und der Biotechnologie sowie aus Kampagnen biologischer Desinformation ergeben.

Maßnahmen seit 2026

Im Rahmen des Programms setzt das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr seit 2026 das Projekt EUROBIODART um. Das Projekt zielt darauf ab, die Handlungsfähigkeit, das Fachwissen und die transnationale Zusammenarbeit bei der Diagnostik, dem Nachweis, der Untersuchung und der Bewertung eines absichtlichen Einsatzes biologischer Agenzien zu stärken.

Das Netzwerk umfasst aktuell zehn europäische Länder.

Maßnahmen 2013 - 2025

Bakterien, Viren und biologische Gifte können von staatlichen und nicht-staatlichen Gruppierungen gleichermaßen nach dem Prinzip der dualen Verwendungsmöglichkeiten (dual use) für friedliche aber auch für terroristische Zwecke eingesetzt werden. Die Ziele des Deutschen Biosicherheitsprogramm sind daher insbesondere die Verringerung des Risikos einer Ausbringung biologischer Agenzien (biosafety & biosecurity), der Aufbau von Systemen zur frühzeitigen Erkennung ungewöhnlicher Krankheitsausbrüche (surveillance) sowie die Entdeckung und Charakterisierung gefährlicher Krankheitserreger. Daneben soll das Bewusstsein der Partnerländer für biologische Gefahren verbessert (awareness raising) und die Fachexpertise der nationalen Partnerinstitutionen gestärkt werden (capacity development).

Das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr setzte zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH folgende internationale Projekte um:

Georgien: Aufbau eines vorderasiatischen Netzwerks für Biologische Sicherheit und Diagnostik gefährlicher Infektionskrankheiten in der Kaukasusregion (2013-2025)

Ukraine: Biosicherheitsinitiative für ein Zoonose-Risikomanagement nahe der EU-Außengrenze (2016-2025)

Biologische Lagen: Sicherheitskooperation zu biologischen Bedrohungen in Ländern der G5-Sahel/Sahel-Region (Mali, Mauretanien, Burkina Faso, Niger, Tschad: 2023-2025, Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung 2017-2023)

Biologische Lagen: Sicherheitskooperation für biologische Bedrohungen in Tunesien (2023 - 2025, Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung 2016-2025)

Stärkung der Biosicherheitskapazitäten in Usbekistan und Zentralasien (2023-2025, European Union Chemical, Biological, Radiological and Nuclear Risk Mitigation Centres of Excellence P53 2020-2022)

Aufbau eines deutsch-kasachischen Netzwerks zur Diagnostik von Infektionskrankheiten verursacht durch potentielle B-Agenzien (2013-2022)

Aufbau eines deutsch-tansanischen Netzwerks zur Diagnostik und Epidemiologie von Infektionskrankheiten verursacht durch potentielle B-Agenzien (2013-2016)

Deutsch-Französische Biosicherheitsinitiative für Mali: Mobile Diagnostik zur Hilfe bei Ausbrüchen gefährlicher Infektionskrankheiten (2014-2016)

Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung

Die Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung zielt seit 2011 darauf ab, Sicherheitsstrukturen im Ausland zu stärken und krisenhaften Entwicklungen vorzubeugen. Hierdurch können die Partnerstaaten selbstständig und somit wirksamer auf Krisen zu reagieren. In den Partnerstaaten werden zuverlässige Institutionen identifiziert, die Verantwortung für die Sicherheit übernehmen und dadurch langfristig zur Stabilisierung beitragen.

Von 2016 - 2023 engagierte sich das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr innerhalb der Ertüchtigungsinitiative mit Projekten zur Biosicherheit in Nord- und Westafrika. Diese Projekte wurden anschließend bis 2025 im Deutsche Biosicherheitsprogramm weitergeführt.

Innerhalb der Ertüchtigungsinitiative unterstützt das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr weiterhin in Kleinstprojekten einige seiner langjährige Partner.