Institut für Mikrobiologie
der Bundeswehr

Workshop des Biosicherheitsprojekts Georgien in Tiflis mit deutscher Zeckenexpertin

Seit 2013 arbeitet das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr (IMB) im Rahmen des Deutschen Biosicherheitsprogramms mit dem National Center for Disease Control & Public Health (NCDC) in Georgien zusammen. Ein Forschungsprojekt befasst sich dabei mit der Untersuchung des Vorkommens und der Verbreitung des Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME-Virus) in Georgien.

Die Zeckenexpertin Frau Dr. Chitimia-Dobler (links, in Blau) trainiert Personal des NCDC (links) und des WRAIR (rechts) bei einem Workshop zur Zeckenidentifizierung am NCDC in Georgien.

Ixodes ricinus ein Überträger des FSME Virus. Copyright Lidia Chitimia-Dobler.

Dazu werden menschliche und tierische Proben auf Hinweise auf eine FSME-Infektion untersucht. Da das FSME-Virus durch Zecken, insbesondere der Art Ixodes ricinus, übertragen wird, werden auch in Georgien Zecken gesammelt und im Labor getestet. Hierbei ist es besonders wichtig die gesammelten Zecken nach Gattung und Art zu sortieren, um nur die für die Studie relevanten Arten weiter zu untersuchen. Da weltweit über 900 verschiedene Zeckenarten bekannt sind, bedarf es geschulten Personals vor Ort, um die Zecken korrekt und eindeutig zu klassifizieren. Da eine entsprechende Expertise derzeit bei der georgischen Partnereinrichtung nicht verfügbar war, führte Frau Dr. Chitimia-Dobler, Zeckenexpertin des IMB, einen einwöchigen Workshop zu diesem Thema am NCDC in Tiflis durch. Dabei konnte auch Personal des US-amerikanischen Walter Reed Army Institute of Research (WRAIR) weitergebildet werden. Das WRAIR unterstützt ebenfalls die infektionsepidemiologische Forschung in Georgien mit eigenen Projekten. Bereits nach kurzer Schulung waren die georgischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Lage, die für die FSME-Übertragung relevante Zeckenart von anderen Zecken zu unterscheiden. In weiteren Workshops ist nun geplant, die Fähigkeiten des NCDC-Personals weiter auszubauen und zu vertiefen. Durch konsequente Überführung in ein train-the-trainer-Konzept soll so eine langfristige Stärkung der infektionsepidemiologischen Kapazitäten in Georgien erreicht werden.